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temporary installation, Ruprechtskirche Vienna, 2015   

werden

Neon-pink leuchtet der gläserne Schriftzug von der Decke. Es ist die Handschrift der Künstlerin. Eingeschrieben hat sich ein persönliches Ereignis, eine Signifikanz in ihrem Leben. Die rosa Strahlkraft ist enorm und verleiht dem Kirchenraum eine außergewöhnlich warme und auch ungewohnte Atmosphäre. Mit dem temporären Lichtobjekt weitet sich der Sakralraum in die Gegenwart. Judith Huemers konzeptionelle Arbeit ist inspiriert von Gilles Deleuze’ philosophischem Verständnis, das dem Begriff „Werden“ eine besondere Bedeutung zuspricht. Demnach befindet sich alles in einem bewegten Prozess, bei dem es keinen Anfangs- oder Endpunkt gibt. Huemer versteht dies als Motor, als poetische Transformation und als Idee der Bewegung, um prozesshaft mittendrin zu sein – im Tun, im Denken, im Leben.
Mit Beginn der Fastenzeit ist das Lichtobjekt >werden< in die älteste Kirche Wiens, die Ruprechtskirche, eingezogen.

© Judith Huemer 2015